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Fashion

SO COSI mit Agenturchefin und Schmuckdesignerin Helena Reich

19. Jun 2018 von Jen
Ein Portrait der SO COSI Designerin Helena Reich

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Eine Frau mit Biss

Eine eigene PR-Agentur mit 26 – warum nicht? Solche Powerfrauen brauchen wir und deswegen lag es auf der Hand die smarte Helena Reich zu einem Plausch einzuladen. Ihre Geschichte inspiriert und motiviert.

Helena ist nicht nur Chefin einer eigenen PR-Agentur, sie gründete vor 2 Jahren auch ihr eigenes Schmucklabel SO COSI. Die Happy Faces von SO COSI kennt mittlerweile jeder, der ab und zu auf Instagram stöbert. Aber kennt ihr auch die Geschichte hinter dem Label? Uns verriet die Wahl-Hamburgerin, wie es überhaupt dazu kam, dass sie stolze Gründerin einer Agentur und eines Schmucklabels ist.

Helena, fangen wir mal bei deiner PR-Agentur an. Warum hast du dich für PR entschieden?

Eigentlich habe ich Kunstgeschichte in Passau und München studiert und anschließend ein Praktikum in der Pressestelle der Bayerischen Staatsgemäldesammlung in München absolviert. Danach ging es für mich zur Pressestelle des Dumont-Buchverlags. Hier wurde mir klar: Ich möchte Pressearbeit für irgendetwas machen, was mir Spaß macht. Und so kam es, dass ich zu Nicole Weber nach Hamburg gegangen bin.

Warum Hamburg?

Man bewirbt sich in vielen Städten und eine wird es dann. Ich hatte mich in München, Düsseldorf, Berlin und eben auch in Hamburg beworben. Aber der Job in Hamburg war mein Traumjob. Für mich ist Hamburg meine absolute Traumstadt. Wenn ich nicht muss, möchte ich nie aus Hamburg weg. Mein Vater kommt aus Norddeutschland, und ich verstehe mich wahnsinnig gut mit Norddeutschen. Ich liebe den Humor – bisschen frech und das mag ich total.

Wie ging es dann weiter bei Nicole Weber?

Ganze Zwei Jahre habe ich dort gearbeitet und eine Menge gelernt. Und dann fiel auch schon die Entscheidung: Ich mache mich selbstständig! Das war schon verrückt, aber es hat sich irgendwie ganz einfach ergeben. Die Grundlagen der PR-Arbeit hatte ich schon drauf und da dachte ich mir: versuch es doch einfach!

Wie alt warst du zu diesem Zeitpunkt?

Ich war 25 Jahre alt. Das bedeutet, bis jetzt sind es 6 Jahre Selbstständigkeit. Eigentlich hatte ich ja auch nicht so viel zu verlieren. Mein Gehalt war überschaubar und meine Eltern sind selbstständig, mein damaliger Freund war es auch, also wurde mir die Selbstständigkeit quasi vorgelebt.

Wie waren die Anfänge deiner Selbstständigkeit?

Am Anfang hatte ich natürlich nicht genügend Kunden, sodass ich Projektmanagement für einen Kochbuchverlag gemacht habe. Kochen und Backen sind übrigens eine meiner größten Leidenschaften. Ich habe mich mit dem Herausgeber des Verlags sehr gut verstanden. Hier hatten wir sogar einen kleinen Deal ausgehandelt. Ich durfte ein kleines Office in seinem Verlag einrichten, aus dem ich natürlich für ihn, aber auch für andere Projekte arbeiten konnte. Das erste Jahr musste ich keine Miete zahlen.

Klar habe ich dann automatisch mehr für ihn gearbeitet – sodass es eine Win-win-Situation für uns beide war. Nach einem Dreivierteljahr konnte ich dann bereits ein eigenes Büro anmieten. Meistens hatte ich hier 1 bis 2 Praktikanten, mal eine Volontärin und so fing das ganze langsam an. Mittlerweile sind wir zu acht und davon sind sechs fest angestellt.

Was für Kunden oder Bereiche betreust du bei Helena Reich Relations?

Zu Anfang habe ich klassische PR gemacht. Dann habe ich aber immer mehr Influencer-Marketing für mich entdeckt. Inzwischen machen wir 70% Influencer-Marketing und nur noch 30% klassische PR. Wir haben jetzt Kunden wie Estee Lauder, Pandora, About You, Maybelline und Douglas. Oft machen wir auch das Event- und Guest-Management.

Wie ist es so Chefin zu sein?

Das ist eine wirklich große Herausforderung, weil ich immer für alle da sein und natürlich auch ein offenes Ohr haben muss. Ich bin quasi die Assistentin von allen (lacht). Jeden Tag kommen unendlich viele Fragen von jedem. Wir sind halt gerade in einer Unternehmensgröße, wo noch viel von meiner Person gebraucht wird. Am Ende ist man immer die letzte Instanz, so lange es familiengeführt ist. Das ist schon Wahnsinn. Aber ich mag das total gerne!

Auf der einen Seite hast du nun die PR-Agentur und auf der anderen hast du dein Schmucklabel SO COSI. Erzähl uns mal von der Kette für deine Freundin Cosima?

Irgendwann hatte ich einen Kunden, für den wir das internationale Influencer-Marketing aufgebaut haben. Dieser Kunde hat Uhren und Armreife hergestellt. Ich war auf der Suche nach einem perfekten Geschenk zum „Freundschaftsjubiläum“ mit meiner besten Freundin Cosima und da auch einer meiner besten Freunde Schmuckproduzent ist, entwarf ich eine ganz besondere Kette für Cosi(ma), daher der Name SO COSI.

Die Kette ist also eine Hommage an meine beste Freundin Cosi und unsere Kindheit.

Ich kenne sie seit dem ersten Tag in der ersten Klasse. Alle denken, das ist eine PR-Geschichte, aber es gibt sie wirklich. Sie wohnt leider in Düsseldorf und ich sehe sie nicht so oft, aber wir kennen uns schon so lange, dass wir immer zueinander finden. Wenn ich in Düsseldorf bin, renne ich in ihr Bett und kuschele mich ein und wir quatschen, als wären wir nie getrennt gewesen.

Ein Bild von Freundin Cosima und Helena Reich

© Helena Reich / Helena Reich und Freundin Cosima

Als du deine erste Kette für Cosima entworfen hast, war das schon mit dem Gedanken, dass du daraus ein Business machen möchtest?

Nein, das war nur freundschaftlich. Doch dann wurde Cosima so oft auf die Kette angesprochen, dass ich lange überlegt habe mehr daraus zu machen. Diese Gedanken haben mir meinen Schlaf geraubt! Nach 2 Wochen habe ich meinen jetzigen Businesspartner Chris angerufen und gesagt: Chris, ich werde jetzt auch Schmuckdesignerin.

Ich wusste halt, dass er an der Quelle sitzt – er führt das Familienunternehmen Rauschmayer, welches Trauringe herstellt. Da ich nicht locker ließ und sogar einen Businessplan geschrieben habe, konnte er nicht nein sagen. Aber natürlich reicht nicht nur eine Kette, hier mussten mehr Ideen und Entwürfe her.

Ich wollte es groß aufziehen. Nur hätte ich nicht gedacht, dass wir in gerade mal zwei Jahren schon so weit kommen würden. Wir hatten sehr viel Glück, weil ich die Kontakte habe und ein hohes Ausmaß an PR und Marketing-Arbeit selbst leisten konnte. Für eine kleine und neue Firma wäre das unbezahlbar gewesen. Es gibt halt zwei Wege, wie du in den Markt kommen kannst: über den Vertrieb oder über die PR.

Und wie entwirft man nun selbst Schmuck?

Da meine erste Kette ein Happy Face war, lag es natürlich nah weiter in diese Richtung zu gehen. Natürlich habe ich ein bisschen gezeichnet, recherchiert und skizziert. Aber dazu muss ich sagen, ich kann eigentlich überhaupt nicht gut zeichnen oder malen. Wir haben eine Designerin, der ich in der Regel sage, wir hätten gerne einen Kaktus in der neuen Saison und dann suche ich mir ein paar Inspirationen raus und zeige sie ihr und wir entwickeln zusammen die neuen Styles.

Sie designt die Ketten dann nach meinen Vorgaben. Von mir kommen noch ein paar persönliche Dinge, die richtungsweisend sind. Für die Sommersaison werden wir beispielsweise einen kleinen süßen Wal haben. Hier wollte ich, dass wir eine Fontäne zaubern, die aus blauen Steinen  ist.Ich schicke der Designerin dann 3-4 Bilder, die mir gefallen und sie skizziert und entwirft die technische Zeichnung.

Ich sehe mich also eher als kreatives Geschäftsfräulein und nicht als Schmuckdesignerin.

Das klingt auf jeden Fall nach einer Menge Arbeit und natürlich auch Stress. Wie gehst du damit um – hast du ein bestimmtes Ventil?

Ich gehe zweimal die Woche zum Yoga und fahre einmal im Jahr zu einem Yoga-Retreat nach Ibiza oder auch mal nach Sankt Peter-Ording fürs Wochenende. Ich liebe Yoga.

Wobei ich sagen muss, seitdem ich noch mehr Stress habe, gehe ich zusätzlich zu Urban Heros, die machen ein spezielles HIT-Training. Hier gehe ich sogar drei bis vier Mal die Woche hin. Eine Stunde dort ist so anstrengend, dass ich an nichts anderes mehr denken kann und nur hoffe es auszuhalten. Zusätzlich probiere ich noch zweimal die Woche laufen zu gehen. Ich mache eigentlich jeden Tag Sport. Nicht um schlank zu sein, natürlich ist das ein positiver Nebeneffekt, aber es bringt meinen Kopf irgendwie gut runter.

Ich hatte ganz lange das Problem, nicht abschalten zu können und habe schlecht geschlafen. Der Mitarbeiterdruck, tausende Fragen, Probleme und Kündigungen. Es herrscht immer Umbruch und das ist sehr anstrengend. Das einzige was hilft ist Sport, Freunde und Backen, das ist meditativ für mich. Ich gehe nach Hause und backe einen Kuchen. Teigkneten macht Spaß!

Du bist jetzt 31 – Was willst du noch erreichen?

Ein Ziel von mir ist meine Firmen bis ich 35 bin so aufzustellen, dass sie strukturiert laufen. Leider tun sie das noch nicht und das macht mich fertig. Sie verlangen immer noch sehr viel von mir selbst. Ich weiß, dass es auch nicht immer glatt laufen kann und ich auch manchmal nicht die beste Chefin bin, weil ich auch noch etwas unerfahren und jung bin. Es ist ein Learning-by-doing-Prozess. Ich gebe mir immer noch gerne Welpenschutz. Die Mitarbeiter geben diesen Schutz natürlich nicht, aber ich sage mir, dass ich ihn mir bis zu meinem 35. Lebensjahr gewähre.

Und dann möchte ich in den Spiegel schauen und sagen können, dass ich eine gute Unternehmerin und Arbeitgeberin bin und genau weiß, was ich tue.

Hast du für uns 3 Tipps, die du Jungunternehmern auf den Weg geben möchtest?

Ich wollte diese Frage schon immer gestellt bekommen (lacht) und ich weiß genau wie ich sie beantworte. Es gibt eigentlich nur einen Tipp und zwar: EINFACH MACHEN! Natürlich muss eine Portion gesunder Pragmatismus dabei sein. Aber sonst machen, machen, machen – die Leute verkopfen immer so stark. Sie feilen oder überlegen einfach zu lange. Also raus damit! Hauptsache es geht auf die Straße, kommt unter die Leute und wird getestet. Natürlich am besten mit möglichst wenig Risiko – nicht komplett kopflos sein. Aber ich glaube, die meisten scheitern einfach daran, dass sie zu lange nachdenken. Sie lassen die Idee verstreichen und geben den anderen so die Chance, die Idee auszuleben.

Get an overview with Helena Reich

Ein Ganzkörperbild der PR-Beraterin und SO COSI Designerin Helena Reich

© Helena Reich

Was machst Du?

Ich versuche Menschen ein Stück weit glücklicher zu machen.

Was hast Du letzte Nacht gemacht?

Viel zu wenig geschlafen!

Was ist das Verrückteste in Deiner Handtasche?

Gerade sind es Radieschen

Wer oder Was ist unter Deinem Bett?

Nichts, ich habe ein Boxspringbett

Wie sieht Dein Masterplan aus?

Ganz spießig: Ich will meine Firma aufbauen, zwei Kinder haben, einen Golden Retriever und irgendwo ein Haus auf dem Land und ein schönes Leben

Dein Plan B

Ein kleines Café oder eine Backstube

Was ist Deine Achillesferse?

Ungeduld

Was verleiht Dir Flügel?

Neue Projekte

Das schönste Kompliment, das Du jemals bekommen hast?

Eigentlich jeder Kunde der bei SO COSI etwas kauft und damit happy ist .
Ich schau ab und zu in unsere Kundenservice-E-Mails und es ist das Allerschönste, wenn Kunden Fotos mit unserem Schmuck schicken. Oder auch bei Facebook oder Instagram schreiben, wie sehr sie ihren SO COSI Schmuck lieben. Das ist ein super schönes Kompliment für unsere Arbeit.

Deine Persönlichkeit in einem Drink?

Ich trinke nur Wasser und Tee. Also Wasser. Sehr solide, gelassen und ruhig, oft aber auch sprudelnd.

Deine ersten Gedanken bei folgenden Wörtern:

Erfolg: Motivation
Urlaub: Yoga
Essen: Schokolade
Sex: letzte Nacht
Instagram: So Cosi

Early Bird oder Nachtigall?

Keines von beiden. Ich bin morgens immer müde und abends leider auch. Ich würde sagen, ich liebe die Zeit zwischen 11 und 24 Uhr.

Wie wäre der Mensch der das komplette Gegenteil von Dir ist?

Er würde kaum reden, wäre sehr geduldig, würde sehr in sich ruhen. Er wäre definitiv Mönch und wäre sehr ernst.

Schokolade oder Käse?

Schokolade

Kochen oder Lieferservice?

Kochen

Wenn Du eine Stadt wärst, welche und warum?

Ich wäre halb Florenz und halb Hong Kong. Florenz, weil es klein ist, beschaulich und man überall direkt hinkommt. Es ist gemütlich und hat gutes Essen. Hong Kong, weil es pulsierend ist und viel Neues hat, man kann dort auch so viel machen –gerade der Kontrast gefällt mir so.

Treppe oder Fahrstuhl?

Treppe

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