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Lifestyle

Happy Birthday Menschenrechte! Ein elementares Privileg, das wir ehren sollten. Meine Meinung.

13. Dez 2018 von Hannah
Kleder mit der Aufschrift Menschenrechte statt Rechte Menschen

Die UN-Menschenrechtscharta hat Geburtstag

Die Vereinten Nationen (engl. United Nations, kurz: UN) haben diese Woche vor 70 Jahren, am 10. Dezember 1948, die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ zum ersten Mal offiziell bekannt gegeben. Nach dem grauenhaften Zweiten Weltkrieg, der 1945 endlich sein Ende fand, war es ein unabdingbares Anliegen für die Vereinten Nationen einen internationalen Menschenrechtskodex zu entwickeln, um solch eine Tragöde in der Zukunft zu verhindern. Insgesamt stimmten 48 Staaten für die Erklärung, Länder wie Jugoslawien, Polen, Saudi-ArabienSowjetunionSüdafrikaTschechoslowakeiUkraine und Weißrussland enthielten sich, und keiner stimmte dagegen.

Die Vertragsstaaten verpflichten sich im Rahmen dieser Vereinbarung, Menschenrechte zu fördern und regelmäßig über Schutz, Einhaltung und Entwicklung Bericht zu erstatten.

Artikel 1: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“

Es klingt so einfach und selbstverständlich, doch leider ist es das nicht. Nicht jeder Mensch tickt gleich. Persönliche, gesellschaftliche und auch kulturelle Unterschiede sind schön und machen unsere Welt so bunt, wie sie ist. Gleichzeitig aber eben auch sehr komplex und manchmal nicht nachvollziehbar. Nach wie vor gibt es Kulturkreise, Länder, Städte und/oder Gemeinschaften, die der Ansicht sind, dass gewisse Menschen auf Grund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Religion oder durch körperliche oder geistige Defizite weniger Wert sind, als andere. Traurig genug, dass es erst einen Vertrag geben musste, um die Gleichberechtigung aller Menschen sicherzustellen. Dass dafür aber zuerst Abermillionen Menschen ihr Leben lassen mussten, ist noch viel schockierender. Die Zeit lässt sich jedoch nicht zurückdrehen. Trotz der Menschenrechtscharta herrscht immer noch viel Ungerechtigkeit auf der Welt. Darum ist es wichtig, sich stets daran zu erinnern, wie viele Privilegien wir doch im Vergleich zu anderen Ländern genießen. Auf der Internetseite von Amnesty International findet ihr weitere Informationen zu den 30 Artikeln der UN-Menschenrechtscharta.

Auch Kinder haben Rechte

Das ist doch klar, wie Kloßbrühe: Kinder sind auch Menschen. Dennoch haben die Vereinten Nationen im Jahre 1989 ganze 54 Artikel in der UN-Kinderrechtskonvention verfasst, die gesondert die Bedürfnisse unseres Nachwuchses berücksichtigt. Es ist nämlich gar nicht so lange her, als auch in Deutschland Kinderarbeit noch toleriert wurde bzw. an der Tagesordnung lag oder Kinder für schlechtes Benehmen auch von ihren Lehrern Hiebe bekamen. In Deutschland gehört dies nun Gott sei Dank der Vergangenheit an. In vielen anderen Ländern der Erde sieht es jedoch leider anders aus. Auf meiner letzten Weltreise ist mir dies auch noch einmal sehr deutlich bewusst geworden. Was Entwicklung, Toleranz und Gleichberechtigung angeht, sind wir in Deutschland und Europa bereits ganz schön weit gekommen. Beispielsweise sind Frauen seit nun 100 Jahren (November 1918) wahlberechtigt und dürfen mittlerweile auch ihr eigenes Geld verdienen. Kinderarbeit ist verboten, Schulbildung ist nicht nur vorhanden sondern auch kostenfrei und Kinder haben genau so ein Recht auf ihre Privatsphäre, wie Erwachsene. Klingt alles logisch und wunderbar, doch leider scheinen auch wir, „aufgeklärten, 1. Welt-lebenden“ dies nicht immer zu respektieren.

Ungewollte Schnappschüsse – ein Eindringen in meine Privatsphäre

Wann fandet ihr es das letzte mal cool, von Fremden ungefragt fotografiert oder gefilmt zu werden? Ich für meinen Teil kann sagen, ich finde es jedes Mal respektlos. Fremde, die ohne meine Einwilligung ein Foto von mir machen und nicht zu wissen, was mit diesen Fotos passiert, verursacht bei mir ein mulmiges Gefühl. Vor allem in asiatischen Ländern wurde ich des öfteren manchmal mehr, manchmal weniger „heimlich“ fotografiert. Von nicht wenigen Einheimischen habe ich mir daraufhin diverse Geschichten anhören müssen, für welche Zwecke diese Bilder verwendet werden würden. Meist werden diese Bilder für sexuelle Vorhaben genutzt. Die Bilder werden an andere weitergeleitet, ausgedruckt oder mit diversen Programmen in nicht jugendfreie Videos manipuliert, um nur einige Verwendungszwecke zu nennen. Kein schönes Gefühl darüber nachzudenken.

Respektiert die Privatsphäre eurer Kinder – auch im Internet!

Nun sind soziale Plattformen, wie Facebook, Snapchat, Instagram und co. eine tolle Möglichkeit, Freunde und Familie über sein Leben auf dem Laufenden zu halten. Doch nicht alle Menschen haben gute Absichten und was einmal im Netz hochgeladen wurde, bleibt für die Ewigkeit. Stellt euch einmal vor, eure Eltern hätten damals das süße Foto von euch auf der Toilette oder das erste mal Nacktbaden im Gartenpool ins Netz gestellt – Ohne eure Einwilligung! Und heute würden genau diese Bilder von euch als erstes bei Google zu finden sein. Eure Eltern hatten sicherlich nichts Böses im Sinn. Vielleicht haben sie mit dem Bild durch eine Produktplatzierung sogar noch ein bisschen Geld dazu verdient. Genügt euch dies als Rechtfertigung? Schließlich konntet ihr nicht selbst entscheiden, ob ihr das überhaupt wolltet. Vielleicht, weil ihr so klein wart, dass ihr noch nicht mal sprechen konntet. Fühlt man sich dann nicht irgendwie missbraucht und wehrlos? Mein Appell an euch, macht euch sachkundig und klärt andere Erwachsene auf. Klärt eure Kinder auf. Denkt an unser Privileg der Privatsphäre! Noch vor wenigen Jahren wurden wir von der Stasi auf Schritt und Tritt überwacht. Sollten wir unser Recht auf Privatsphäre nicht zelebrieren und es achten, wenigstens zum Schutz unserer Kinder?

Kinderspielplatz Internet: Bloggerin Toyah und Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger über die Gefahren im Netz

Die Satire Bloggerin Toyah Diebel und der Cyberkriminologe diskutieren miteinander zum Thema Sicherheit im Netz. Sie klären über Gesetzeslücken im „Wilden Westen Internet“ vor allem gegenüber Kindern, in ein paar Podcastfolgen auf. Ich lege euch diesen Podcast sehr ans Herz. Es ist kein einfaches, aber ein unglaublich wichtiges Thema. Wenn wir schweigen, wird sich nichts ändern. Kommunikation ist das A und O. Miteinander und für einander. Tauscht euch aus, mit euren Freunden, Familien und Bekannten. Fragt, seid neugierig und recherchiert. Ich möchte, dass unsere Kinder sicher sind – auf dem Spielplatz und im Netz.

Wir haben uns mit Thomas-Gabriel Rüdiger und Toyah getroffen, um mehr zu erfahren. Dazu erfahrt ihr bald mehr. Hier findet ihr weitere Links zu den beiden in der Zwischenzeit.

KiKa stellt 5 Fragen an den Cyberkriminologen

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Es ist soweit der dritte #podcast von @toyahgurl mit mir als Gast ist abrufbar. Also wer wieder mal Nachschub zum Hören braucht, wenn nicht jetzt wann dann :)? Themen diesmal: Brauchen wir einen #Sheriff im Internet? Welche Risiken gibt es für Erwachsene im Internet und ist das nun doch ein rechtsfreier Raum? Kann man #Kriminalität im Internet kriminologisch erklären? So viele Themen für so wenig Zeit :). Link wie immer in der bio. #interview #kriminologie #Polizei #Hörbuch #Sicherheit #cybersecurity

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Auf diesem Bild bin ich 13 Jahre alt und schon damals, sehr aktiv im digitalen Raum. Völlig naiv, habe ich schon damals nicht nur Informationen, sondern auch Bilder von mir, mit wildfremden via Messenger oder Chatforen ausgetauscht. Aufklärung über Gefahren, Ethik oder Verhaltensweisen im virtuellen Raum? Fehlanzeige. Avancen im Chat, von jungen und auch älteren Männern, haben mir in dieser Phase der jugendlichen Selbstfindung sehr geschmeichelt. Aber auch virtuelle, sexuelle Belästigung und Forderungen, kannte ich schon damals. 15 Jahre später, mache ich den Selbsttest und melde mich auf dem Messenger KIK an, und erlebe einen Flashback. 39-jährige wollen mir, einer vermeintlich 13-jährigen, ihre Sexspielzeug-Sammlung präsentieren. Fragen mich, was ich an habe. Was meine Vorlieben sind. Ob ich Single bin. Ob ich Bilder schicken kann. Es hat sich nichts geändert. Uneingeschränkt und völlig barrierefrei, haben Erwachsene die Möglichkeit, nicht nur mit Jugendlichen, sondern auch mit Kindern in Kontakt zu treten. Ich habe mich mit dem Cyberkriminologen Thomas-Gabriel Rüdiger, über die Gefahren, Prävention und Rechtslage im digitalen Raum im Podcast unterhalten, Link in Bio. #werbungwegennamensnennung

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