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Einblick in die Welt von Glenmorangie und „A Tale of Tokyo“

von Jen
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In der facettenreichen Welt des Whiskys sind es oft die Geschichten und Menschen hinter den Kulissen, die ein besonderes Licht auf die Produkte werfen. Einer dieser Menschen ist TJ Littlejohn, Markenbotschafter von Glenmorangie, dessen einzigartiger Hintergrund und Leidenschaft für Whisky ihn in eine Schlüsselposition für die Vorstellung von Glenmorangie A Tale of Tokyo bringen. Im Herzen dieses Interviews steht nicht nur ein Whisky, sondern auch die persönliche Reise von Littlejohn, die ihn an den Schnittpunkt von kulturellem Erbe und moderner Whiskykreation geführt hat. Dieses Gespräch bietet einen seltenen Einblick in Littlejohns Perspektive auf die Rolle eines Markenbotschafters, die Herausforderungen und Freuden, die diese mit sich bringt, und seine Sicht auf die neuesten Innovationen der Marke.

Interview mit TJ Littlejohn

Overview: Was bedeutet es für Dich persönlich, Markenbotschafter für Glenmorangie zu sein, und wie identifizieren Sie sich mit der Marke und ihren Produkten?

TJ Littlejohn: Es ist großartig, Teil einer weltweit meistverkauften Whisky-Brand zu sein. Ich liebe diese Range an Single Malts, die alle in der Luxuskategorie angesiedelt sind. Glenmorangie Original ist unser Flaggschiff und bietet meiner Meinung nach immer wieder köstliche Aromen. Darüber hinaus haben wir eine experimentelle Serie an Abfüllungen, die definitiv mein Interesse wecken, da ich ursprünglich aus dem Cocktailbereich komme.

Was verbindet Dich persönlich mit dem Glenmorangie A Tale of Tokyo? 

TJ Littlejohn: Tale Of Tokyo ist für mich von allgrößter Bedeutung. Meine Mutter ist Japanerin, mein Vater Schotte. Sie können sich also vorstellen, dass ein, teilweise in japanischen Minzuara-Fässern gereifter Scotch-Whisky beide Seiten meiner Herkunft abdeckt. Auch die Geschichte, die die Kombination aus klassisch und neu in einem Whisky erzählt, entspricht genau meinen Vorstellungen. Ich liebe einerseits alte Traditionen beim Whisky, andererseits die neuen Möglichkeiten, Drinks mit Whisky zu mixen.

Welche Erfahrungen oder Herausforderungen hast Du in Ihrer Rolle als Markenbotschafter für Glenmorangieerlebt, besonders in Bezug auf die Einführung neuer Produkte wie A Tale of Tokyo?

TJ Littlejohn: Es gibt viele großartige Erfahrungen und nur wenige Herausforderungen. Toll ist es, die Liebe von Dr. Bill Lumsden, unserem Direktor für Whisky-Kreation bei Glenmorangie, zu Japan zu teilen und gleichzeitig meine eigenen Erfahrungen zu erzählen. Herausforderungen liegen eher im Mixing-Bereich. Manche Leute verstehen nicht, unsere hochwertige Single Malts in Cocktails zu mixen. Für mich bedeuten die besten Zutaten auch die besten Cocktails. Köstlicher Whisky bedeutet köstliche Cocktails.

Hast Du als Markenbotschafter Einfluss auf die Entwicklung neuer Produkte oder Editionen bei Glenmorangie?

TJ Littlejohn: Es ist eher ungewöhnlich, dass ein Markenbotschafter an der Entwicklung neuer Abfüllungen beteiligt ist. Ich habe das Glück, dass ich dazu gelegentlich gefragt werde, etwas was mich wirklich interessiert. Dr. Bill hat mich in meinen ersten Monaten bei Glenmorangie gefragt: „TJ, ich habe eine Herausforderung für dich. Ich möchte, dass du die Rezeptur für einen Whisky entwickelst, den wir noch nie gemacht haben. Das war natürlich eine große Herausforderung, Dr. Bill Lumsden, Gillian McDonald und den Rest des großartigen Whisky-Kreationsteams bei Glenmorangie zu überzeugen. Ich freute mich sehr, dass meine Idee ein gewisses Interesse weckte. Ich hoffe, eines Tages mal einen offiziellen Release zu probieren, den ich entwarf. 

Was inspirierte Dr. Bill Lumsden dazu, Glenmorangie A Tale of Tokyo zu kreieren, und wie spiegeln sich die Kontraste und die Kultur Tokios in diesem Whisky wider?

TJ Littlejohn: Sein Glück ist es, dass er viel reist, um Glenmorangie in der ganzen Welt bekannt zu machen. Gleichzeitig entstehen daraus neue Ideen für Whisky-Editionen und Tokio zählt zu einen seiner Lieblingsorte. Der Kontrast der Stadt fasziniert ihn, einerseits die belebte Straßen, andererseits ruhige Parks – alte Gebäude stehen neben modernsten Hochhäusern. Diesen Gegensatz fing Dr. Bill in dieser Abfüllung ein und ließ Glenmorangie-Spirit in seltenen japanischen Mizunara-Eichenfässern reifen. Der Einfluss dieses Holzes ist unglaublich komplex und ungewöhnlich, sodass er ihn mit Glenmorangie aus Bourbon- und Sherryfässern abrundete. Das Ergebnis ist ein Dram mit köstlichen Kontrasten – wie eine Reise nach Tokio.

Kannst Du die Besonderheiten und Herausforderungen erläutern, die mit der Verwendung von Mizunara-Eichenfässern für die Reifung des Whiskys verbunden sind?

TJ Littlejohn: Mizunara-Eichen sind sehr selten in Japan und streng geschützt. Deshalb muss man warten, bis ein Baum umstürzt, der in Fassholz verwandelt wird. Nach langer Suche gelang es Dr. Bill, eine kleine Zahl von Mizunara-Fässern zu beschaffen. Sie verleihen dem Whisky einen sehr ausgeprägten und ungewöhnlichen Geschmack mit einzigartigen und kräftigen Aromen.  

Wie würdest Du die Aromen und den Geschmack des Glenmorangie A Tale of Tokyo beschreiben? Welche Noten heben sich besonders hervor?

TJ Littlejohn: An der Nase zeigen sich Aromen kräftige Kräuter, mit etwas Toffee und Weihrauch mit Sattelseife im Kontrast, gefolgt von einer harzigen Note und einem Hauch Zedernholz. Am Gaumen ein pfeffriger Geschmack, der sich in Noten spritziger Orange und bitteren Kirschen neben Fenchel- und Eichenaromen wandelt. Der Nachhall ist lang und sanft nussig, mit etwas Mandel, Mandarine, gemahlenem weißen Pfeffer und mehr Holzharz.

Kannst Du mehr über die Zusammenarbeit mit dem Künstler Yamaguchi Akira erzählen und wie seine Kunst die Essenz dieses Whiskys einfängt?

TJ Littlejohn: Yamaguchi Akira freute sich sehr, Glenmorangie A Tale of Tokyo mit seiner Kunst zum Leben zu erwecken. Der Gedanke an seine Heimat rufte so viele Gefühle hervor und spiegelt die Gegensätze Tokios in vielerlei Hinsicht. Spielerisch Glenmorangie und den Whisky darin zu integrieren sprach ihn sehr an. Er gestalte ein „Whisky-Wimmelbild“ in Glenmorangies typischen Orangeton mit sehr vielen reizvollen Details. Es zeigt viele Ansichten von Tokio in verschiedenen Zeiten und mit Menschen in ganz unterschiedlichen Größen, um dem Betrachter das Gefühl zu geben, gleichzeitig in der Nähe des Geschehens zu sein oder aus der Ferne zu beobachten. Details von Tokios Wahrzeichen und Kultur sind zu sehen, wie der Tokyo Tower, Einkaufsviertel Ginza, der Ueno-Park, die berühmte Nihonbashi-Brücke, ein ruhiger Park, die Tokioter U-Bahn, ein Ramen-Laden oder ein Soba-Restaurant. Antike Gebäude stehen neben moderner Architektur und Verkehrsmitteln, und die Menschen tragen moderne und traditionelle Kleidung.  Anspielungen sind zu erkennen auf das Handwerk von Glenmorangie mit der charakteristischen giraffenhohen Brennblase, das Signet-Symbol als U-Bahn-Schacht, eine Giraffe, die durch die Beine von Bauarbeitern und den Rock einer Frau im Fellmuster als Illusion erscheint. Das offizielle Gründungsjahr der Destillerie ist auf dem Uhrenturm zu sehen, der 18:43anzeigt. Dr. Bill Lumsden ist mehrfach abgebildet – er bekommt eine Orange zugeworfen, überquert die Straße, betrachtet eine Eiche, steht auf einem Boot, das Fässer auf dem ältesten Kanal der Stadt transportiert, und überwacht die Fertigung von Fässern.

Inwiefern unterscheidet sich Glenmorangie A Tale of Tokyo von anderen Whiskys in der ‚Tale of‘-Serie?  

TJ Littlejohn: Die Besonderheit der „Tale of“-Serie liegt in seinen ungewöhnlichen, limitierten Abfüllungen. Sei es die besondere Fassreifung beim Tale of Tokyo in Mizunara-Fässern oder im Tale of Winter in sizilianischen Marsala-Weinfässer oder die Verwendung ungewöhnlichen Malz: So entstand der Tale of Winter aus einem Malz, das über Waldextrakte wie Kiefernadeln oder Wacholder räucherte.  

Hast Du spezielle Empfehlungen, wie man Glenmorangie A Tale of Tokyo am besten genießt – pur, mit Wasser, oder in einem Cocktail?“

TJ Littlejohn: Ich empfehle den Tale of Tokyo bei Raumtemperatur in einem Nosingglas zu probieren. Ein paar Tropfen Wasser können, müssen aber nicht sein. Als Cocktail haben wir zum Beispiel bei der Vorstellung im Oukan in Berlin einen Miso Sour serviert: Dazu 5cl A Tale of Tokyo, 1,5cl Miso & Ginger Sirup, 2cl frischer Zitronensaft, mit oder ohne Eiweiß auf Eis in einem Shaker kräftig shaken, auf einen großen Eiswürfel in ein Tumbler-Glas doppelt abseihen.

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