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Kultur

Formen der Polyamorie – Liebe zu Dritt

von Overview
goldene Luftballons die das Wort love ergeben

Formen der Polyamorie sind so vielfältig wie die, der Liebe selbst

Es gibt viele Formen der Liebe. Beziehungen zwischen zwei Männern oder Frauen und zwischen Mann und Frau. Und das sind lediglich die Kombinationen, die die konventionellen Geschlechter beinhalten. Würde ich hier alles vollständig aufzählen, wäre die Liste endlos. Genauso wie in der Liebe selbst, gibt es auch verschiedene Formen der Polyamorie. Doch gibt es bei den meisten Formen der Liebe eine Gemeinsamkeit: In der Beziehung befinden sich immer zwei Personen. Das Beziehungsmodell, das man am meisten in unserer Gesellschaft antrifft, ist das, zwischen zwei Personen. Wenige wissen jedoch, dass dieses Modell noch gar nicht so alt ist. Erst seit der Romantik sind monogame Beziehungen angesagt. Vorher war Polyamorie nicht selten. Wer also behauptet, Polyamorie wäre eine Erfindung der Moderne, liegt also falsch.

Blumenstrauß in Form eines Herzens der von zwei Händen gehalten wird
Amy Shamblen via Unsplash

Die Rolle der Partner in den verschiedenen Formen der Polyamorie

Primär, Sekundär und Tertiär sind die wohl wichtigsten Begriffe, wenn es um die Formen der Polyamorie geht. Zusammengefasst definiert man hier die Beziehungen zu den Partnern. Liegt eine Primärbeziehung vor, gibt es einen zentralen Partner mit dem das Leben verbracht wird. Dies kann die Ehe, Familienplanung und eine gemeinsame Wohnung beinhalten. Bei einer sekundären Beziehung handelt es sich auch um eine langjährige Partnerschaft. Diese ist jedoch bei weitem nicht so ernst wie die Primärbeziehung. Kinder und Heirat sind hier normalerweise kein Thema. Als Tertiäre Beziehungen bezeichnet man eher kurze Liebesaffären, bei der keine tiefere Verbindung besteht.

Die grundsätzlichen Formen der Polyamorie

Es gibt drei verschiedene Beziehungsmodelle der Polyamorie, die am häufigsten vorzufinden sind. Bei dem Primary-Secondary-Modell gibt es einen festen Primärpartner. Beziehungen außerhalb dieser Partnerschaft sind jedoch erlaubt. Jedoch nur solange die Primärbeziehung weiterhin im Vordergrund steht. Dieses Modell wird auch als offene Beziehung bezeichnet. Ein weiteres Konzept ist das, bei dem es mehrere gleichberechtigte Primärpartner gibt. Man lebt, entscheidet und plant zusammen. Hier gibt es keinen Unterschied zwischen den Partnern. Keiner ist wichtiger oder weniger wichtig. Diese Form der Polyamorie ist eher selten vorzufinden. Die Realität sieht meist einfach anders aus. Ein gesundes Miteinander gestaltet sich schwieriger, als bei den anderen Formen. Das letzte Modell ist das des Poly-Singles, auch Non-Primary-Modell genannt. Hier gibt es erst gar keinen Primärpartner, mit dem eine langfristige Zukunft geplant wird. Es wird sich freiwillig für das Single-Dasein entschieden. Eine feste Beziehung passt hier einfach nicht zum Lebensstil.

Erweiterte Formen der Polyamorie

Neben den Hauptformen gibt es natürlich noch eine Vielzahl von Variationen. Viele verzichten auch einfach komplett auf Definitionen. Es wird sich also weder auf einen Primär- noch auf einen Sekundär- oder Tertiärpartner festgelegt. Des Weiteren gibt es die verschiedensten Mischformen. Zum Beispiel ein Mix aus Monogamer und Polygamer Beziehung. Hier lebt nur einer der beiden Partner polygam. Der Andere ist jedoch damit einverstanden und weiß darüber Bescheid. Jedoch gibt es auch Formen, in denen der andere Partner nichts von den anderen Affären mitbekommen möchte. Diese sind eher problematisch, da die Gefahr von Missverständnissen und Problemen ohne richtiges Kommunizieren höher ist.

Drei Menschen die Sonnenbrillen in Herzform tragen und sich umarmen
Dimitar Belchev via Unslpash

Kommunikation – bei allen Formen der Polyamorie das wichtigste Element

Gute Kommunikation ist das wohl wichtigste Element der Polyamorie. Man muss klare Grenzen ziehen und sich selbst, sowie dem Partner gegenüber ehrlich sein. Eifersucht ist bereits in monogamen Beziehungen ein heikles Thema. Kommt auch noch eine dritte oder vierte Person hinzu, wird es nicht einfacher. Zusammenfassend kann man sagen, dass eine polyamore Beziehung viel Arbeit mit sich bringt. Genauso wie eine ’normale‘ eben auch. Wichtig sind vor allem Vertrauen und eine gute Kommunikation. Wer sich gerne etwas mehr mit dem Thema Polyamorie in all ihren Formen auseinandersetzen möchte, kann beim Polyamoren Netzwerk (kurz: PAN) vorbeischauen. Hier gibt es viele weitere Informationen. Außerdem werden hier Treffen für Leute angeboten, die sich vernetzen möchten und Gleichgesinnte suchen. Auch Leute, die einfach neugierig sind, sind hier wilkommen.

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