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Interviews

Frauen. Leben. Momente. Fotograf Felix Rachor im Interview

von Jen
Fotograf Felix Rachor im Portrait und interview.

Den Mutigen gehört die Welt

Einfach machen und nicht zu lange darüber nachdenken. Felix Rachor gehört zu der Sorte Mensch, die ihr Schicksal nicht in fremde Hände abgibt, sondern ihren Weg zielstrebig, mutig und fleißig selbst bestimmt. Sein neuestes Projekt: Ohne festen Wohnsitz die gesamte Welt erkunden. Immer im Gepäck: Seine Kamera und eine große Portion Kreativität.

Wir wollten dem Fotografen, Make-up-Artisten und Weltenbummler einige persönliche Fragen stellen, um auch für euch ein wenig Rachor-Motivation abzustauben. Freut euch auf ein ehrliches und amüsantes Interview.

Overview: Wie ist der 14-jährige Felix dahin gekommen, wo er jetzt ist?

Felix Rachor: Würde ich dem 14-jährigen Felix erzählen, wo er später sein würde, würde er alles dagegen wetten! Ich wollte schon immer einen kreativen Beruf ausüben. Damals wollte ich Saxophonlehrer werden. Es war mir nicht vorstellbar als Fotograf tatsächlich Geld zu verdienen. Ich habe also nach meinem Abi eine Ausbildung zum Grafiker und Mediendesigner gemacht. Da habe ich schon gewusst: Mein größter Traum wäre es, als Fotograf meine Miete zahlen zu können. Nachdem ich es über x Umwege und Sackgassen geschafft hatte, mir tatsächlich einen lukrativen Weg als Fotograf zu erarbeiten, wollte ich mehr als nur Geld verdienen. Ich will mich frei fühlen, Künstler sein und nicht immer wieder die gleichen Sachen machen. Ich habe also alles aufgegeben und eine Make-up-Artist-Ausbildung gemacht. Das Resultat war mein Beautybuch und eine steile Aufwärtskurve in der Beautyszene.

Jetzt habe ich wieder alles aufgegeben und lebe als digitaler Nomade überall auf der Welt, ohne etwas zu besitzen. 

Ein Landschaftsbild von Fotografen Felix Rachor.
© Felix Rachor

Hattest du ein Knackpunkt, der dir gezeigt hat: Ich werde Fotograf? 

Nein. Das war irgendwie ein Prozess. Weil es mir schwer fiel daran zu glauben, dass ich mich zwischen Millionen anderer Fotografen behaupten könnte. Ich bin halt drangeblieben

Hattest du auf deinem Weg Ängste und Motivationslosigkeit? Was war dein größtes Tief auf diesem Weg?

Ängste hatte ich ständig. Denn, wenn das Geld knapp wird und man als Selbstständiger nicht weiß, ob da jemand kommt und man doch alles zahlen kann, dann kann einen das lähmen. Mein größtes Tief war auch die größte Motivationslosigkeit. Ich werde es nie vergessen, als ich 60.000 Euro an den Staat zahlen musste und nur 20.000 Euro hatte. Wie kann es sein, dass man so viel arbeitet und dann so viel abgeben muss? Ich dachte, ich hätte was verdient. Aber in Deutschland wird es mittelständigen Selbstständigen sehr schwer gemacht!

Hast du bestimmte Motivationstricks?

Tricks würde ich nicht sagen. Aber meine Einstellung zum Leben ist meine größte Motivation. Stell dir vor, man gibt dir ein leeres Blatt Papier und viele bunte Stifte. Es ist jetzt an dir, etwas Schönes daraus zu machen, aber irgendwann nimmt man dir das Blatt weg. Und dann ist das dein Bild. Also fang direkt an zu malen, am besten mit den bunten Stiften!

Ein Bild von Fotografen Felix Rachor.
© Felix Rachor

Du hast eine Ausbildung zum Make-up-Artist gemacht, warum? Haben sich deine Bilder dadurch verbessert?

Ich hatte einfach Bock auf etwas neues Kreatives. Ja, meine Bilder haben sich um ein vielfaches geändert. Weil sich meine Denkweise geändert hat. Das hat wenig mit Technik zu tun, sondern mit der Liebe zur Materie.

Ein Bild von Fotografen Felix Rachor.
© Felix Rachor

Dein Lieblingsmotiv beim Fotografieren und warum?

Frauen. Leben. Momente. Das hat sich entwickelt, aber es sind meine Lebens-Grund-Interessen. Dabei finde ich Menschen einfach spannend, vor allem die, die auch eine Geschichte erzählen können. 

Was inspiriert dich besonders beim Fotografieren? Hast du eine Muse?

Ich werde von vielen Dingen beeinflusst. Ich habe immer ein paar Sachen, mit denen ich mich gerne beschäftige und da geht dann auch die Tendenz hin. Muse: Ja, immer mal. Ich hänge mich da gern wo rein. Es wechselt aber und es hat ja auch mit der eigenen Vorstellung einer Muse zu tun. Mit Elena Kamperi werde ich jetzt zum Beispiel ein ganzes Buch machen.

Ein Aktbild von einer Frau vom Fotografen Felix Rachor.
© Felix Rachor

Woher kommen deine ganzen Ideen?

Es ist eine Mischung, die aus meiner Blickschulung entspringt. Eine Kombination verschiedener Genres und Lebensmomente. Ich habe tatsächlich Lust auf so viel Unterschiedliches, was nicht gerade fördernd ist für mein Portfolio, denn die Außenwelt versteht das nicht ganz.

Dein schlimmster Moment bei einem Shooting?

Oh Gott, ich will gar nicht wirklich darüber nachdenken. Wir haben mal an Klippen auf Mallorca geshootet. An einer Steilküste, wo das Wasser unten gegen die Klippen donnerte, ca. 20 Meter tief. Auf einmal kam eine Riesenwelle und schubste das Model Richtung Land und zog sie wieder etwas zurück. Sie konnte sich halten. Wir sind direkt dort weg. Die zweite Welle hätte sie nicht halten können. Das wäre ….. ungünstig gewesen.

Dein schönster Moment bei einem Shooting

Hape Kerkeling sagte mal in einem Moment, wo das Management sich wunderte, was für komisches Zeug ich denn so mache: „Wenn ich Fotograf wäre, würde ich so fotografieren wie du“ und seitdem sind wir befreundet.

Warum Herr von Wallenstein?

Wer ist das? Macht der nicht so Schmuddelsachen? Sowas muss unbedingt verboten werden! 😉

Ein Frauenkörper-Bild vom Fotografen Felix Rachor.
© Felix Rachor

Was ist in deinen Augen ein schönes / das schönste Motiv? 

Ein Moment, der unter die Haut geht. Eine Grafik, die einen Raum verändert. Die richtige Person für den richtigen Betrachter.

Nenne uns einen Traum, den du dieses Jahr verwirklichen möchtest:

Mir Zeit NUR für meine Kunst zu nehmen.

Welche drei Ratschläge kannst du anderen Anwärtern auf den Weg geben? 

  1. Setz dich hin und mache einen Zukunftsplan für 1,3,5,10 Jahre und träume richtig.
  2. Vergleiche dich selbst mit den Besten der Welt.
  3. Jedesmal wenn etwas Negatives kommt: Suche das nächste Positive und arbeite daran (man verschwendet viel zu viel Zeit mit Negativem, dabei bringen einen die positiven Sachen weiter).


Wie bekomme ich das perfekte Bild hin? Nenne uns die fünf wichtigsten Schritte, auf die man beim Fotografieren achten sollte.

Liebe, Beziehung, Ehrgeiz, Beobachtung, BLICKSCHULUNG! Die Blickschulung verändert deine Ziele. Du solltest dein Gehirn mit den besten Künstlern der Welt voll stopfen und gleichzeitig viel Blödsinn weglassen. In welche Richtung du da gehst, hängt einfach von deinem Interesse ab.

Kann man ein „schlechtes“ Bild durch die richtige Bearbeitung „retten“?

Ist zwar sinnlos, aber macht Spaß, mal zu tüfteln.

Ein Detailbild von einem Augen vom Fotografen Felix Rachor.
© Felix Rachor

Ich fange jetzt an zu fotografieren, welche Kameras würdest du mir vom Anfang meiner Karriere bis zum ausgebildeten Fotografen empfehlen? Vom Anfänger zum Prof quasi.

Die Canon EOS RP ist super, günstig und professionell. Danach kann man sich direkt an die größeren wagen. Aktuell: Canon EOS R. Viel wichtiger sind aber die Optiken: da würde ich nur auf L-Objektive setzen.

Get an overview with Felix Rachor

Wer bist du?

Felix Rachor – Fotograf, Make-up-Artist, Kreativdirektor, Digitaler Nomade, Künstler

Was machst du?

Ich fahre gerade mit meiner neuen Bahncard 50 nach Köln zu nem Shooting.

Was hast du letzte Nacht gemacht?

Ich würd‘ ja gerne etwas Aufregendes erzählen, aber gestern bin ich einfach nur umgekippt nach dem Sport.

Was oder wer ist unter deinem Bett?

Ich hab nicht nachgesehen. Mein Kumpel hat es aufgebaut. Aber mein aufgeschlagener Koffer mit meinen Sachen, die ich immer in die Welt mitnehme, ist da drunter.

Wie sieht dein Masterplan aus?

Ich hatte immer einen, aber gerade sage ich mir: Lass einfach ein paar Sachen auf dich zukommen. Zwei große Projekte hab ich ja eh 🙂

Dein Plan B?

Immer der, der als nächstes kommt. Aber irgendwie sind die immer Plan A. Gibt keinen Plan B.

Was ist deine Achillesferse?

Meine Frau. Wenn mit ihr was ist, steh ich auf der Matte. 

Was verleiht dir Flügel?

Meine Träume: ich träume immer, ich fliege und lande und starte wieder…

Deine Persönlichkeit in einem Drink?

Whiskey Sour (Lieblingsdrink) sonst eigentlich eher ZOMBIE (würde ich aber nicht trinken, ist aber von allem was drin)

Ein Tisch – eine Flasche Wein: Wen lädst du in die Runde ein & warum? (3 Personen / alles ist möglich, fiktiv, tot oder lebendig)

Morgan Freeman, Lady Gaga und meine Frau (sie soll das auch miterleben)

Dein erster Gedanke bei folgenden Wörtern:

Erfolg:  Glück

Urlaub: Was nochmal? Mein Leben ist Urlaub!

Essen: Ja, halt’s Maul – ich muss wieder abnehmen.

 Sex: Bin dabei! Wann?

Instagram: Kontakte knüpfen

Early bird oder Nachtigall?

Early Bird!!!!!

Wie wäre der Mensch, der das komplette Gegenteil von dir ist?

Couchpotato, unmotiviert, Zocker, Angestellter oder Arbeitsloser

Wenn du eine Stadt wärst, welche und warum?

Capetown… Nicht ganz die Spitze, aber leidenschaftlich und impulsiv und außerdem passieren ständig Sachen, die man nicht vorhersehen kann.

Kochen oder Lieferservice?

Beides gerne mal

Dein Lieblingsessen:

Das von meiner Frau: mit fettiger Liebe

Dein persönliches Motto:

Den Mutigen gehört die Welt!

Worauf achtest du bei einem Menschen als erstes oder was fasziniert dich?

Die Körperhaltung, der Geruch, die Körperpflege, der Sexapeal…da gibts so viel.

Was wolltest du immer schon mal tun, hast es dich aber noch nicht getraut?

Da ich relativ mutig bin, traue ich mich so ziemlich alles. Ach doch: Mit einem Windsuit vom Berg springen… das wäre so geil!

© 2019 Overview Magazine

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