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Interviews

„Jeder kann Sport!“ – Wie? Das verrät uns der Hauptstadttrainer Erik Jäger im Interview.

von Hannah
Hauptstadttrainer Erik Jäger springt im Hintergrund die Oberbaumbruecke

Erik Jäger aka. der Hauptstadttrainer

Freudestrahlend, sympathisch und stets im Sportoutfit. Erik Jäger ist Personal Trainer und motiviert uns täglich über seinen Instagramkanal @Hauptstadttrainer zum Sport. Mit einfachen und (ganz wichtig!) sauber ausgeführten Übungen, macht Erik Schauspieler wie Florian David Fitz, Models wie Lena Gerke und Stefanie Giesinger oder Influencer wie Riccardo Simonetti fit – und wir sind quasi live dabei. Als Instagram-Zuschauer ist es stets amüsant zu verfolgen, wie der Hauptstadttrainer seine Klienten ein wenig quält. Ganz liebevoll natürlich, denn es wird trotzdem immer viel gelacht, so auch bei unserem Interview. Wir haben Erik nach seinem größten Glücksgefühl in seinem Job gefragt, wen er am meisten bewundert, was seine Zukunftspläne sind und haben erfahren, mit welchen Worten ihn ein Arbeitsvermittler am meisten geprägt hat.

Overview: Du warst bereits als Kind sportlich sehr aktiv. War es damals schon dein Wunsch den Sport zum Beruf zu machen?

Erik: Ich hab schon immer gerne Sport gemacht. Als Kind habe ich viel Unterschiedliches gemacht: Handball, Leichtathletik, Radfahren und Fußball. Mit ca. 15-16 Jahren habe ich angefangen meine Teamkollegen zu trainieren. Mich hat es schon immer interessiert und fasziniert, wie man durch kleine Optimierungen eine verbesserte Leistung erzielen kann. Mein Traum war es dann, Trainer der 1. Fußball Bundesliga zu werden. Daraufhin habe ich eine Ausbildung zum Sportassistenten in Potsdam gemacht. Als mir dann der Herr beim Arbeitsamt sagte, dass ich niemals Trainer der 1. Liga werden würde, hat mich der Ehrgeiz gepackt. Vor zwei Jahren war ich dann tatsächlich Trainer der 2. Liga.

O: Mittlerweile lassen sich viele Influencer und deutsche Bekanntheiten von dir trainieren. Als Hauptstadttrainer bist du sogar eine Art Instagram-Star. Warum glaubst du, kommst du so gut an?

Erik: Ich denke, Authentizität ist ein ganz großer Faktor. Auf der Personal Trainer Ebene denke ich, weil ich den Leuten keine falschen Versprechungen mache. Als Personal Trainer stellst du dich ganz individuell auf jeden neu ein. Das ist mir ganz wichtig. Du setzt dich mit der Person, dessen Einstellung, dessen Körperbau und dessen Ernährung ganz individuell auseinander. Dann arbeitest du zielgerichtet so darauf hin, wie es für denjenigen am besten passt. Ich bin hier sehr ehrlich, rede Klartext und bleibe optimistisch. Auf Instagram mögen es die Leute wahrscheinlich, weil sie auch sehen, dass wir immer sehr viel Spaß haben. Es gibt keine Perfektion, alles ist genau so wie es ist: Es wird geschwitzt und geackert, aber eben auch viel Spaß gemacht.

O: Was stört dich denn an anderen Instagram-Sportlern am meisten?

Erik: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich ein Filterverbot veranlassen. Es gibt viele Idioten da draußen, die sich ihrer Wirkung auf andere gar nicht richtig bewusst sind und das ausnutzen. Sie haben einen guten Körper, haben aber keine Ahnung von Sport und vermitteln so ein falsches Schönheitsideal. Sie wissen nicht, was wirklich gut für den Körper und die Gelenke sind und geben falsche Ratschläge. Dann gehen sie Kooperationen mit Proteinherstellern ein, bringen Merchandising auf den Markt und versprechen dadurch schnelle Erfolge. Und das Ganze auf Kosten der Gesundheit anderer. Denn viele glauben dem und werden frustriert und unzufrieden, weil das Konzept bei ihnen nicht aufgeht.

O: Wie hast du dich motivieren können den Berliner Halbmarathon mitzulaufen?

Erik: Normaler Weise bin ich eher der schnelle Läufer auf kurze Distanzen. Es ist zwar unangenehm, aber das war jetzt auch schon mein zweiter Halbmarathon. Ich war der Pacer für meine Klienten und wollte mit ihnen einfach ein top Ergebnis erzielen. Wir wollten unter 2 Std. laufen. Im Prinzip ist das Laufen nichts, das ich erst noch lernen musste. Durchs Fußballspielen damals, bin ich es gewohnt viel zu laufen. Aber abgesehen davon, erzeugt die ganze Atmosphäre so viel Energie von außen, dass es einen ablenkt und unglaublich mitreißt. Ab 12km hatte ich wirklich so ein „Runners High“ und dann ging’s ganz schnell.

O: Wer ist denn dein Lieblingssportpartner?

Erik: Mit Andreas Bourani ist es immer sehr witzig. Wir sind eng befreundet, verbringen viel Zeit miteinander und reden auch beim Sport viel. Ein sehr tiefgründiger und faszinierender Mensch. Jannik Schümann ist auch ein super Sportpartner. Vom Körpertyp her sind wir uns sehr ähnlich und das macht Spaß mit dem gleichen Konzept zu arbeiten und Ergebnisse zu sehen.

O: Was macht dich am Sport/ deiner Arbeit besonders Glücklich?

Erik: Wenn ich für mich trainiere, wahrscheinlich einfach für mich zu sein. Die Ruhe zu finden und zu haben, macht mich glücklich. Wenn ich andere trainiere, macht es mich wahnsinnig glücklich zu sehen, wie man das Leben einer Person positiv verändert. Ein gutes Beispiel hierfür ist Riccardo (Simonetti). Ein wahnsinnig toller Mensch, der zwar schon sehr selbstbewusst ist, aber durch den regelmäßigen Sport einfach noch mehr aus sich herausholt. Es ist immer sehr witzig mit ihm und er ist sehr ehrgeizig. Die Entwicklung zu beobachten und daran teilzuhaben ist echt toll. Oder auch, wenn Klienten über unterschiedliche Schmerzen klagen und du mit gezielten Methoden dagegen wirken kannst. Wenn bspw. mein Klient durch meine Hilfe wieder mit seinem Kind spielen kann oder durch bessere Fitness zu einem längeren, gesünderen Leben gelangt, dann macht mich das unheimlich glücklich.

O: Als selbstständiger Personal Trainer arbeitest du sehr viel und hart. Wird man in der Zukunft mehr Fitness-Videos à la Jane Fonda sehen oder geht die Karriere mehr in Richtung Arnold Schwarzenegger?

Erik: (lacht) Eine Karriere, wie Arnold ist hier in Deutschland (noch) nicht möglich. Ein paar Videos habe ich schon gemacht, zu kleinen Preisen. Es soll für jeden erschwinglich sein, denn jeder soll die Chance haben, mit guten Übungen fitter zu werden. Das möchte ich weiter ausbauen, um dadurch präsenter bei meinen Followern zu Hause zu sein. Ein kleines Trainingsbuch habe ich auch bereits geschrieben, vielleicht kommt noch ein umfangreicheres Sportbuch dazu. Aber im Prinzip möchte ich einfach gerne weitermachen, mit dem was ich angefangen habe. Menschen zu zeigen richtig zu trainieren, sich richtig zu ernähren, egal ob ich großes Geld damit verdiene. Mir geht’s gut, mit dem was ich habe und das weiß ich zu schätzen. Da heben es andere auf der Welt weniger einfach.

O: Das stimmt. Es gibt nach wie vor viele, die nicht so gesegnet, wie wir. Tust du etwas, um die Welt ein bisschen besser zu machen?

Erik: Ich reise unglaublich gerne und viel. Dadurch habe ich auch schon vieles gesehen und bin mir bewusst, wie privilegiert wir hier sind. Seit ungefähr 5 Jahren habe ich Patenkinder und freue mich wahnsinnig nun auch Botschafter der Organisation PLAN International sein zu dürfen. Ich möchte meine Reichweite nutzen, um mehr darüber zu berichten. Und wenn am Ende der ein oder andere Follower ebenfalls einem Kind eine bessere Zukunft ermöglichen möchte, ist das wundervoll.

Hauptstadttrainer Erik Jäger mit freiem Oberkoerper
© Max Menning

Get an overview w/ Erik Jäger

Dein Lieblingswitz

Das ist schwer. Witze kann ich nicht so gut. Es sind eher Situationen und Erinnerungen mit Freunden. Aber ich lache sehr gerne und viel.

Deine Hobbies

Hab keine, der Sport ist alles, was ich habe 🙂 Spaß. Reisen ist mein wohl größtes Hobby, mit Israel auf dem 1. Platz und Kolumbien auf Platz 2. Danach sind Treffen mit meinen Freunden ganz wichtig. Fußball, wobei das gerade etwas schwierig ist, denn ich bin Schalke Fan. Und Netflix gehört auch dazu. (Lieblingsserie: Peaky Blinders)

Deine Idole

Vom Körperbau her Marcelo Bordon (ehem. Innenverteidiger Schalke) oder Mark Verstegen als innovativster Sportexperte. Ansonsten auch mir nahe stehende Menschen, wie Andreas Bourani, ein sehr tiefgründiger Mensch, meine beste Freundin und auch meine Mutter.

Wer hat einen Blumenstrauß verdient?

Meine beste Freundin, weil sie heute Geburtstag hat und Riccardo, weil er so super trainiert.

Dein Superfood

Maca – ein Superfood aus den Anden. Gut für den Hormonhaushalt und gewisse andere Dinge.

Dein Hassgemüse

Artischocke

Dein Plan B

Taxifahrer. Gemütlich mit dem Auto herumfahren…. Aber dazu wird es nicht kommen.

Das unsinnigste Sportgerät?

Der Bauchtrainer. Ein sperriges und sinnloses Ding.

Größter Sportmythos?

Viel hilft viel.

Ein Satz, der dich bis heute geprägt hat?

Der Herr beim Arbeitsamt, der mir sagte, dass ich niemals Trainer der 1. Bundesliga werden würde.

1 Tisch, 3 Flaschen Wein – Welche 3 Menschen würdest du einladen?

Angela Merkel, definitiv Riccardo und irgendeinen AfD Politiker, um am Ende den AfD-Politiker zur Parteiauflösung zu bewegen.

Lieblingsrezept?

Ich koche relativ selten. Es sollte lecker sein und schnell gehen. Ein gutes Stück Lachs angebraten mit 1-2 Scheiben Pumpernickel.

Was ist dein verrücktester Besitz?

Ein dunkelroter Frottee Onesie. Ganz komisch, man möchte den gar nicht gerne anfassen.

Dein Appell an alle Sportmuffel bzw. Ungeduldigen?

Habt Geduld und seid froh, dass ihr die Möglichkeit habt, euch bewegen zu können. Egal wie jung oder alt, mit einem guten Plan und Kontinuität kommt ihr ans Ziel.

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